Zum dritten Mal in den Ruhestand
Ende Januar 2012 hielt Hans Hauzenberger nach einer 20-monatigen Stellvertretung in der Reformierten Kirche in Bubendorf seine Abschiedspredigt. Die Basellandschaftliche Zeitung interviewte den 73-jährigen Pfarrer der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) anlässlich seiner "dritten" Pensionierung ausführlich.
Seit über 40 Jahren ist Hans Hauzenberger als Seelsorger tätig. Ende Januar hat er nun eine Stellvertretung in der Reformierten Kirche Bubendorf BL abgeschlossen. „Ich trete mit meinen 73 Jahren nun bereits zum dritten Mal in den Ruhestand; vor acht Jahren wurde ich offiziell pensioniert“, sagt der EMK-Pfarrer gegenüber der Basellandschaftlichen Zeitung und lacht. Auch nach seinem Abschied in Bubendorf wird er seine Hände nicht in den Schoss legen: „Ich habe immer noch Anfragen für Predigt-Stellvertretungen. Ich leite Bibelwochen und Seelsorge-Seminare.“ Zudem wolle er ein Buchmanuskript vorantreiben, „das schon lange fertig sein sollte“. Es handle sich dabei um die Fortsetzung seines Bands in der Trilogie „Basel und die Bibel“.
Selber schuld an Kirchenaustritten
Auf die sich leerenden Kirchen angesprochen, sagt Hans Hauzenberger: „Diesen Spruch hört man immer wieder, die Kirchen würden sich leeren.“ Das stimme zwar an vielen Orten, aber nicht überall. Es gebe Kirchgemeinden, die wüchsen, wo sich Junge einbrächten und voller Begeisterung dabei seien. „Ich behaupte jetzt einmal – und da nehme ich mich nicht aus von meiner Zunft –, dass wir für viele Kirchenaustritte selber schuld sind“, betont der erfahrene Pfarrer. „Ich hörte auch schon hie und da Predigten, bei denen ich mir gedacht hatte: Wenn ich jetzt dazu gezwungen wäre, jeden Sonntag eine solche Predigt anzuhören, wäre ich nicht mehr in diesem Laden.“ Er sei sich aber im Klaren, dass auch er nicht dem Ideal entspreche, das er vor Augen habe.
„Wer Seelsorge übt, braucht selber Seelsorge“
Es stimme häufig, dass Leute vor allem die Nähe zur Kirche und zu Pfarrpersonen suchten, wenn es ihnen schlecht gehe, antwortet Hans Hauzenberger auf die entsprechende Frage. Wenn er den Eindruck gewinne, er habe jemandem helfen können, „freue ich mich darüber“. Es gebe aber auch die andere Seite: Man versuche jemandem zu helfen, opfere viel Zeit und Kraft und bekomme am Schluss den Schuh. Dies könne wehtun. Seine Erfahrung sei deshalb: „Wer Seelsorge übt, braucht selber Seelsorge.“
Hans Hauzenberger wurde 1938 geboren. Er wohnt in Hölstein, ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Söhne und zweier erwachsener Töchter. Er hat vier Enkel. Das Gymnasium brach Hauzenberger vorerst ab und lernte Schriftsetzer. Danach holte er die Matura nach und studierte acht Semester an der theologischen Hochschule der Evangelisch-methodistischen Kirche in Frankfurt am Main. Dort erwarb er sich an der Kirchenmusikschule auch das Kantoren-Diplom. Es folgten weitere Studien an den Universitäten Basel, Bern und Genf. Hans Hauzenberger schrieb eine Dissertation (Dr. theol.). Seine Tätigkeit als Pfarrer begann er in Genf und schloss sie als Spitalseelsorger im Bethesda-Spital in Basel ab. Er war in fünf verschiedenen Gemeinden tätig. Seinen ersten Dienst im Ruhestand absolvierte Hauzenberger in Algerien.
Quelle: Basellandschaftliche Zeitung


